+49 (0) 89 – 886 169 info@kanzlei-gerold-stoll.de

Auskunft der Krankenkassen über frühere Behandlungen

Die wahrheitsgemäße und vollständige Beantwortung der Gesundheitsfragen ist vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer privaten Krankenversicherung von entscheidender Bedeutung, um bei Eintritt eines Leistungsfalls auf der sicheren Seite zu sein. Es ist ratsam, hier mit größter Sorgfalt die erforderlichen Daten zusammenzustellen.

Liegen dem Versicherungsnehmer diese Daten nicht mehr vollumfänglich vor, da er sich an die in der Vergangenheit durchgeführten Behandlungen und Konsultationen nicht mehr genau erinnern kann, so hat er zum einen die Möglichkeit, bei seinem behandelten Arzt Einsicht in seine Krankenakte zu nehmen und entsprechende Kopien dem Vertrag beizufügen. Wurden aber in der Vergangenheit viele Ärzte konsultiert, kann der Versicherungsnehmer bei seiner Krankenkasse erfragen, welche medizinischen Leistungen in den letzen Jahren abgerechnet wurden.

Kommt es zu einem Leistungsfall, ist die Versicherung berechtigt, Auskünfte direkt bei den Ärzten einzuholen. Verweigert der Versicherungsnehmer diese Auskunft, verletzt der Versicherungsnehmer seine vertraglich vereinbarte Pflicht, den Versicherer zu unterstützen und zu informieren. Dies kann unter Umständen auch zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen.

Regelmäßig erwartet der Versicherer, dass im Rahmen der Prüfung des Leistungsantrags zugunsten der Versicherer, die Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden. Entsprechend dem Wortlaut der Erklärung zur Entbindung von der Schweigepflicht darf der Versicherer den Krankheitsverlauf soweit zurückverfolgen, wie diesem durch den Versicherungsnehmer zugestimmt wurde.