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Bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser

Ein bestimmungswidriger Austritt von Leitungswasser liegt dann vor, wenn dieses entgegen den Planungen und dem Willen des Versicherungsnehmers an nicht dafür vorgesehenen Stellen austritt oder keine bestimmungsgemäße Verwendung vorliegt, unabhängig davon, ob es sich um Frisch- oder Abwasser handelt, so z. B. bei einem undichten Heizkörper oder einer überlaufenden Badewanne.

Der Austritt von Leitungswasser aus führenden Installationen muss also unbeabsichtigt passiert sein. In der Regel werden Schäden, die durch bestimmungswidrigen Austritt von Leitungswasser oder sonstige wärmetragende Flüssigkeiten, wie Sole, Öle, Kühlmittel, Kältemittel, also dem Leitungswasser gleichgestellte Flüssigkeiten entstanden sind, durch die Hausratversicherung oder Gebäudeversicherung abgedeckt.

Ursachen für ein bestimmungswidriges Austreten können ein technischer Defekt, menschliches Fehlverhalten oder Handlungen nicht berechtigter Personen sein.

Entsprechend den Allgemeinen Versicherungsbedingen des jeweiligen Vertrages werden die Umstände des Auslaufens festgelegt und definieren, an welchen Vorrichtungen sich der Wasseraustritt ereignet. Dazu gehören beispielsweise Schäden:

- an Zu- und Ableitungsrohen der Wasserversorgung sowie aller dazugehörigen und damit verbundenen Schläuche

- an allen mit den Zu- und Ableitungsrohren der Wasserversorgung verbundenen Geräten und Einrichtungen, z. B. defekter Wasserschlauch bei Geschirrspülautomaten oder Waschmaschinen aufgrund von Materialermüdung/-verschleiß

- an Rohrleitungen der Anlagen einer Warmwasser- oder Dampfheizung, Wärmepumpen sowie Klima- und Solarheizungsanlagen

- die durch einen technischen Defekt oder versehentliches Auslösen von Sprinkler- und Berieselungsanlagen ausgelöst wurden

- die durch ein auslaufendes Wasserbett oder Aquarium entstanden sind.

- durch Undichtigkeit eines Verbindungsstücks oder einer Dichtung

- verursacht durch verstopfte Abflussleitungen und hierdurch verursachter Rückstau.

Erfolgt der Wasseraustritt unter anderen Umständen, beispielsweise durch das Umstoßen eines Wassereimers oder durch planschende Kinder, liegt kein bestimmungswidriger Wasseraustritt vor.