+49 (0) 89 – 886 169 info@kanzlei-gerold-stoll.de

Falschbeantwortung bei Gesundheitsfragen

Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen vom Versicherungsnehmer die im Antrag formulierten Fragen zum Gesundheitszustand beantwortet werden. Danach erfolgt von der Berufssunfähikgkeitsversicherung die Bewertung des Risikos des Eintritts einer Berufsunfähigkeit.

Der sorfältigen Beantwortung der Gesundheitsfragen fällt dabei eine zentrale Bedeutung zu, da die Versicherung danach entscheidet, ob der Antrag angenommen oder der künftige Versicherungsnehmer nur gegen Aufschlag versichert werden kann.

Um den Anforderungen des neuen Versicherungsgesetzes von 2008 gerecht zu werden, formulieren die Berufsunfähigkeitsversicherungen ihre Fragen sehr präzise. Zu beachten ist, dass nur die im Antrag gestellten Fragen zu beantworten sind. Gute Versicherungen
zeichnen sich dadurch aus, dass die Gesundheitsfragen eindeutig gestellt werden und ebenso eindeutig beantwortet werden können. Je unpräziser und diffuser die Gesundheitsfragen formuliert sind, desto größer ist die Gefahr, dass die Beantwortung im Schadensfall angezweifelt wird. In diesem Fall sollte der Versicherungsnehmer von der Versicherung eine präziser und eindeutige Formulierung der Fragestellung verlangen.

Der Versicherungsnehmer ist gut beraten, im Rahmen einer Gesundheitsprüfung alle Vorerkrankungen, auch wenn es sich um Bagatellerkrankungen handelt, ehrlich zu beantworten. Hier ist nicht entscheidend, wie relevant der Versicherungsnehmer seine Vorerkrankungen einschätzt, sondern die Berufsunfähigkeitsversicherung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es immer von Vorteil ist, die geforderten Angaben so umfassend und präzise wie möglich zu formulieren, um das Risiko einer Falscheinschätzung zu minimieren.

Falsche oder unsachgemäße Angaben können für den Versicherungsnehmer gravierende Schäden nach sich ziehen, denn bei Eintritt eines Versicherungsfalls prüfen die Versicherungen die Krankenakten sehr genau und werden die Unterschiede der Angaben des Versicherungsnehmers und der Krankenakte schnell herausfinden. Stellt sich dabei heraus, dass hier gemogelt bzw. wissentlich falsche Angaben gemacht wurden, entfällt der Versicherungsschutz komplett. Jede Versicherung hat das Recht, bei unrichtigen Angaben zu den Gesundheitsfragen die Zahlung zu verweigern.

Von Bedeutung ist ebenfalls, dass auch die Angaben zum gegenwärtig ausgeübten Beruf für die Risikoprüfung der Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidend sind, denn versichert wird grundsätzlich die zuletzt ausgeübte Tätigkeit.