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Gebäudebestandteil

Nach dem BGB wird der Begriff „Gebäude“ wie folgt definiert: Ein Gebäude ist ein mit dem Grund und Boden verbundenes Bauwerk, das von Menschen betreten werden kann und Menschen und Sachen schützt. [§94 (1) BGB] Es gewährt Schutz vor Witterung und äußeren Einflüssen.

Bei Abschluss einer Gebäudeversicherung steht es dem Versicherer und ebenso dem Versicherungsnehmer frei, durch entsprechende Vereinbarungen zu regeln, welche Sachen im Vertrag als Gebäude eingestuft und versichert werden. Es erfolgt hier eine klare Abgrenzung zwischen Gebäuden und Gebäudebestandteilen und es ergibt sich die Notwendigkeit, die versicherten Sachen, die von diesem Vertrag eingeschlossen sind, exakt zu bestimmen.

Gebäudebestandteile sind all die Bauteile, die fest mit dem Gebäude und dem Grund und Boden des Versicherungsgrundstückes verbunden sind und einer dauerhaften Nutzung dienen. Käme es zu einer Trennung der Gebäudebestandteile vom Gebäude, würden sie entweder zerstört oder in ihrem eigentlichen Wesen verändert werden.

Zu den fest verbundenen Gebäudebestandteilen zählen beispielsweise Türen, Fenster, Decken-und Wandvertäfelungen, Tapeten, Einbaumöbel, Heizungsanlagen, Anlagen der Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen, Sonnenanlagen- und -kollektoren, verklebte Teppiche und Bodenbeläge.

Zu den Dingen, die lose mit dem Gebäude verbunden sind und dazu bestimmt sind, dauerhaft mit dem Gebäude genutzt zu werden gehören beispielsweise: Rundfunk -und Fernsehantennen, Einbruchmeldeanlagen, Markisen, unverklebte, auf Estrich liegende Teppichböden.

Im Leistungsfall ist es entscheidend, von wem die Gebäudebestandteile beschafft wurden. Wenn Gebäudebestandteile von einem Mieter auf eigene Kosten und Risiko in ein Gebäude eingebracht wurden, so sind diese nicht mehr Bestandteil der Gebäudeversicherung, sondern der Hausratversicherung des Mieters. Trifft dies nicht zu, so kommt für diese Schäden die Gebäudeversicherung des Eigentümers auf.