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Rettungskosten

Rettungskosten sind Aufwendungen, die der Versicherungsnehmer zur Abwendung, Minderung, Ermittlung und Feststellung oder auch zur Wiederherstellung einer beschädigten Sache für erforderlich gehalten und geleistet hat. Rettungskosten sind abzugrenzen von den Schadensverhütungskosten, die vom Versicherungsnehmer zu erbringen sind. Eine grob fahrlässige Herbeiführung eines Versicherungsfalls durch Unterlassung des Versicherungsnehmers hinsichtlich der Schadensverhütungskosten kann im Schadensfall dazu führen, dass der Versicherer leistungsfrei gestellt wird. Nach dem neuen Versicherungsvertragsrecht kann der Versicherer den Ersatz aber nicht komplett ablehnen. Nach dem neuen VVG muss der Versicherer „quoteln“. D.h., eine Minderung muss der Schwere einer evtl. Pflichtverletzung entsprechen.

Bei Eintritt eines Versicherungsfalls ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, für die Abwendung und Minderung des Schadens zu sorgen und dabei den Weisungen des Versicherers Folge zu leisten oder nach Möglichkeit diese Weisungen vom Versicherer einzuholen. Sind mehrere Versicherer involviert und es liegen unterschiedliche Weisungen vor, so hat der Versicherungsnehmer nach eigenem pflichtbewußten Ermessen zu handeln. Es lohnt sich aber immer, wenn man den Versicherer, oder auch den betreuenden Vermittler, vorab davon informiert, welche Maßnahmen man machen möchte, um den Schaden zu minimieren.

Im Leistungsfall ersetzt der Versicherer dem Versicherungsnehmer die Aufwendungen, die ihm bei der Erfüllung seiner Rettungspflicht entstanden sind, auch wenn diese erfolglos waren. Für die Aufwendungen des Vesicherungsnehmers zuzüglich der Entschädigung der vesicherten Sachen ist die Höhe der Versicherungssumme maßgeblich. Wurden Aufwendungen auf Weisung des Versicherers geleistet, so werden diese auch über die Versicherungssumme hinaus erstattet. Der Versicherer hat den für die Aufwendungen erforderlichen Betrag auf Verlangen des Versicherungsnehmers vorzuschießen.

Beispiele für Rettungskosten sind bei der Gebäudefeuerversicherung die Feuerlöschkosten oder Aufwendungen für die Errichtung eines Notdaches.

Aber auch bei Öltankschäden können die Rettungskosten enorm hoch sein. Tritt aus einem lecken Tank Heizöl aus, übernimmt die Versicherung die Kosten für das Ausbaggern, Abfahren und Entsorgen des verschmutzten Erdreichs als Sondermüll oder Schäden an Dritten. Um hier den bestehenden Versicherungsschutz nicht zu gefährden, sollte der Öltank regelmäßig durch einen Spezialisten gewartet werden.