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Wiederherstellung

Ist bei der Wiederherstellung eines versicherten Gebäudes der Versicherer im Leistungsfall gemäß dem abgeschlossenen Vertrag dazu verpflichtet, die Entschädigungssumme zu zahlen, so kann der Versicherungsnehmer die entsprechende Zahlung erst verlangen, wenn die bestimmungsgemäße Verwendung des Geldes gesichert ist.

Hat sich der Versicherer gemäß Vertrag dazu verpflichtet, einen Teil der Entschädigung nur bei Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung der versicherten Sache zu zahlen, so kann der Versicherungsnehmer die Zahlung eines über den Versicherungswert hinausgehenden Betrags erst dann verlangen, wenn die Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung gesichert ist.

Der Versicherer kann die Rückzahlung der geleisteten Entschädigung abzüglich des Versicherungswertes der Sache verlangen, wenn die Sache infolge eines Verschuldens des Versicherungsnehmers nicht innerhalb einer angemessenen Frist wiederhergestellt oder wiederbeschafft worden ist.

Werden z. B. versicherte Gebäude oder Gebäudeteile durch ein Elementarschadenereignis beschädigt, so werden die Reparaturkosten zum Schadenzeitpunkt in der Höhe ersetzt, um die beschädigten Sachen in den Zustand wie unmittelbar vor dem Schaden zu versetzen, höchstens aber bis zum Versicherungswert zum Schadenzeitpunkt. Ersetzt werden dann auch notwendige Überstunden, Konstruktions- und Planungskosten.

Beim Eintritt eines Teilschadensfall in der Elementarschadenversicherung werden die notwendigen Kosten, die zur Wiederherstellung erforderlich sind ersetzt, zuzüglich einer durch den Versicherungsfall evtl. entstandenen und bei der Wiederherstellung nicht auszugleichenden Wertminderung, höchstens jedoch bis zum gesamten Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalles.

Es liegt ein Teilschaden dann vor, wenn die Wiederherstellungskosten zuzüglich des Wertes des Altmaterials nicht höher sind, als der Versicherungswert der versicherten Sache unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalles.

Wurde bei Abschluss der Elementarschadenversicherung der Neuwert als Versicherungswert vereinbart, so erwirbt der Versicherungsnehmer auf den Teil der Entschädigung, der den Zeitwertschaden übersteigt, einen Anspruch nur dann, wenn er innerhalb von drei Jahren nach Eintritt des Versicherungsfalles den Nachweis erbracht hat, dass er die Entschädigung verwenden wird, bzw. verwendet hat, um die Gebäude für den gleichen Betriebszweck wiederherzustellen.