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Zeitwertschaden (Teil 2 von 2)

Die verschiedenen Versicherungen unterteilt man in drei Hauptkategorien. Dazu gehören die Lebensversicherungen, die Krankenversicherungen und die Schadensversicherungen. Die Begriffe Lebens- und Krankenversicherungen erklären sich im Prinzip von selber. Anders ist es bei den Schadensversicherungen. Unter dem Begriff Schadensversicherungen sind alle Versicherungen zusammengefasst, die einen Schaden hinsichtlich Personen, Sach-, oder Vermögensschäden betreffen.

Sachversicherungen werden dem Begriff Schadensversicherung untergeordnet. Durch diese Versicherung werden im Versicherungsvertrag konkret bezeichnete Gegenstände und Sachen versichert. Sie bezieht sich auf alle Bereiche, bei denen es nicht um Leib und Leben, sondern um Schäden an der Materie geht. Personenschäden werden bei den Sachversicherungen nicht abgedeckt. Im Schadensfall ersetzen Sachversicherungen den Wert der betroffenen Sache, die beispielsweise durch Beschädigung, Zerstörung oder Einbruchdiebstahl entstanden sind.

Sachversicherungen sind der vielschichtig und reichen von einer Boots- oder Brillenversicherung bis hin zu einer Fahrrad- und Kunstversicherung. Zu den am häufigsten abschlossenen Sachversicherungen zählen z. B. . die Wohngebäudeversicherung, die Hausratversicherung, die Feuerversicherung, die Haftpflichtversicherung oder Kfz-Versicherung.

Bei Eintritt eines Versicherungsfalls richtet sich die Höhe der Schadenszahlung nach dem Neuwert oder dem Zeitwert der entsprechenden Sachversicherung. Einzige Ausnahmen sind hier die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung, bei denen der Neuwert ersetzt wird. Bei allen anderen versicherten Risiken wird im Schadensfall der Zeitwert ausgezahlt.

Der Zeitwert ist der Wert eines Gegenstandes, der durch eine Wertminderung entsteht. Die Wertminderung errechnet sich aus Alter und Abnutzung. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Kfz-Versicherung, die bei einem Unfall lediglich den Wiederbeschaffungswert auszahlt.

Der Versicherungnehmer muss im Schadensfall die Höhe des entstandenen Schadens beweisen können. Der Zeitpunkt und die Höhe der Anschaffung sind wichtig für die Berechnung des Zeitwertes. Können keine Kassenbelege oder Rechnungen vorgelegt werden, kann die Wertermittlung auch durch ein Gutachten erfolgen.